Die 75. Veröffentlichung auf Schneeball ist sicher so außergewöhnlich, wie es sich für ein Jubiläumsprodukt gehört. Schneeball gilt als das Indielabel der ersten Stunde und hat mit "tube" Musik veröffentlicht, die auch heute noch den damaligen Indie-Kriterien entspricht:
Außergewöhnliche Interpreten, ein regionales Umfeld, ein mutiger Beitrag neuer grenzwertiger Hörerlebnisse nach den Vorstellungen der Musiker, lange Kompositionen und breiter Raum für Improvisation.
Hinter Durban Poison IV verbirgt sich ein Duo: Matthias Schneider-Hollek (Flöte, Elektronik) und Klaus Burger (Tuba, Didgeridoo, Piccolo-Trompete, Sopranposaune, Cimbasso, Muschel, Bierflasche) haben beide eine klassische Ausbildung, haben sich als Komponisten und Produzenten von Film- und Theatermusiken getroffen und einen Weg jenseits der anämischen „Neuen Musik“ gesucht. Das Ergebnis ist eine abenteuerliche Mischung aus perkussiver Elektronik, freien Bläserimprovisationen und groszügig eingesetzten Echo- und Hallräumen: Dub grüßt von Ferne, Breakbeats ziehen vorüber, Miles Davis winkt von Wolke 7 und zwischendurch zwitschert experimentelle Elektronik.
Eine Sammlung ihrer Live Mitschnitte aus den Jahren 2005 und 2006.
Doch lebt diese Einspielung nicht nur von der ungeheuerlichen Heterogenität, sondern gerade auch von den musikalischen Qualitäten der Interpreten im Verständnis und der Handhabe ihrer Instrumente.
Zitat Klaus Burger:
Improvisierte Musik benötigt Zeit, um sich entfalten zu können. Dem kontrollierten Wachstum muß Raum und Zeit gelassen werden.(Solcher Aufbau enthusiasmiert das Ohr des CD-Hörers nur begrenzt.)
Die Frucht ist die enorme Vitalität. Plötzlich losgelöst vom Werdungsprozeß.
Absolute Musik.